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Holz zu verarbeiten stärkt zu allererst einmal meine eigenen Wohlgefühle. Das ist für mich wichtig, denn ich glaube, dass sich dies auf meine Arbeiten überträgt. Erst wenn dieses Verhältnis stimmt, dann spürt dies später auch der Betrachter meines Schaffens.

Die Arbeit aus einem rauen Material etwas Weiches, Geschmeidiges zu schaffen ist ein Genuss für mich. Die Schönheit der Maserung - das Gesicht einer jeden Holzart - kommt schon beim ersten, zweiten Hobelarbeitsgang zum Vorschein. Ich kann dann schon erahnen wie es nach dem Schleifen aussehen wird. Im Rohzustand hat jedes Holz seinen eigenen Geruch, der fast immer sehr angenehm ist, aber erst nach dem Hobeln verstärkt zur Geltung kommt, ähnlich wie bei einem duftenden Parfüm. Die Wahrnehmung meiner Sinne während des Arbeitsvorganges ist für mich Erholung pur.
Der Harzgeruch einer Lärche oder einer Tanne ist sehr kräftig und durchdringend und erinnert mich daran, wenn ich im Wald im Herbst spazieren gehe - am besten an einem feuchten, nebligen Tag. Dieser Geruch weckt erst recht meine Sinne. Ein Wohlgefühl stellt sich bei mir ein. Mit Holz zu arbeiten ist für mich ganz schlicht eine sinnvolle und befriedigende Freizeitbeschäftigung.
Wenn beispielsweise beim Hobeln einer Esche die leuchtend, gelbe Maserung zum Vorschein tritt, werden meine Augen regelrecht geblendet. Sie erinnert mich an ein Kornfeld im Sommer.
Meine Hände streichen über die Fläche und ich spüre, trotz der Rauheit des Holzes, gerade bei einer Esche, dass sich eine erste Feinheit bemerkbar macht. Mit dem Hobeln und dem späteren Schleifen wird das Holz geschmeidig und noch schöner als es ohnehin ist.

Mit Holz zu arbeiten ist für mich das Beleben all meiner Sinne - Fühlen, Sehen und Riechen. Ich glaube, dass sich diese Harmonie auf das Gefühl des Betrachters überträgt und ich durch meine (Werk-)Stücke - egal ob kontrastreich, zart anmutend oder witzig schräg - Wohlgefühle wecke und Freude verbreite.

 
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